Bewegungen des Wassers

“Daß unser Körper ein gebildeter Fluß ist, ist wohl nicht zu bezweifeln.” Novalis

Wie können wir dem Wasser und seinen Bewegungen in uns und um uns auf die Spur kommen und unseren Tanz in Verbindung mit dem Wasser entstehen lassen? Viele Übungen unseres tänzerischen, tanzpädagogischen und tanztherapeutischen Ansatzes Heilende Kräfte im Tanz folgen dieser Frage. Dabei tanzen wir nicht nur mit dem Wasser in uns – 70 % des Körpers besteht schließlich aus Wasser – sondern gehen auch in Kontakt mit dem Wasser in der Natur, z.B. an einer Quelle, einem Fluss, Bach oder dem Meer.

Mit dem folgenden Text möchte ich gerne zu einem Tanz an einer Quelle einladen:.

Bewegungsmeditation an einer Quelle

Gibt es in deiner Umgebung eine Quelle, die einfach so aus der Erde quellen kann, wie sie möchte? Also ohne eine künstliche, menschengemachte Einfassung in Form von Steinen oder eines Brunnens? Ich habe das Glück, in einer Gegend aufgewachsen zu sein, in der es sehr viele Quellen gibt und noch heute ziehen mich Quellen magisch an, egal wie groß oder klein sie sind. Die Quellen meiner Heimat liegen im Wald. Immer wenn ich dort bin, nehme ich mir Zeit für einen Spaziergang oder eine Wanderung. Dies ist eine Einladung, sich selbst auf den Weg zu einer Quelle zu machen.

Nimm dir Zeit für eine Tanzzeit an einer Quelle und für einen Spaziergang oder eine Wanderung zu der Quelle. Spüre beim Gehen dein Becken, wie es mit jedem Schritt mitschwingt, wie deine Füße die Erde berühren und wie sich die Wirbelsäule aufrichtet. Wenn du an der Quelle angekommen bist, lass dir Zeit, einen „Kraftplatz“ zu finden, an dem du dich hinsetzen kannst. Ich suche mir meistens einen Platz möglichst nahe am Wasser.

Setze dich bequem hin. Lass dir einfach einen Moment Zeit, an der Quelle zu sitzen. Spüre dein Becken, deinen Atem, verbinde dich mit der Erde unter deinem Becken. Lass dir Zeit, ganz bei dir selbst anzukommen. Wie fühlt sich dein Körper jetzt nach dem Spaziergang an, wie ist der Kontakt über dein Becken zur Erde? Wo im Körper spürst du die Bewegung deines Atems? Lass dir Zeit dafür, ganz bei dir zu sein. Wenn dabei kleine Bewegungen entstehen wollen, lass die Bewegungen da sein.

Wenn es gut ist für dich, richte deine Aufmerksamkeit auch nach Außen. Was hörst du, siehst du, was nimmst du über deine Haut wahr … wie begegnet dir die Quelle, das Wasser? Um dich herum plätschert, gluckert, fließt, rinnt, strömt das Wasser. Das Konzert des Wassers umgibt dich, seine Töne hüllen dich ein. Wenn du magst, lass zu deinem Atem auch deine Stimme dazu kommen, lasse einen leisen Ton mit dem Ausatmen entstehen. Lass dich sanft von deiner Stimme von innen her berühren, so wie auch von der Stimme des Wassers von außen.

Spüre die Verbindung zur Erde, zum Wasser, zu deinem Atem und lass dir Zeit, aus dieser Verbindung die Bewegung entstehen zu lassen. Lass dich von deinem Atem bewegen, vor zurück, hin und her, vielleicht ein Kreis … lass dir Zeit, die Bewegung darf sich verselbständigen, fließen wie das Wasser, innen und außen, fließen und fließen, um dich, in dir … Die Quelle sprudelt um dich, deine eigene Quelle sprudelt in dir, dein Körper kann eins werden mit deinem Fließen, sanft und weich …

Lass die Bewegung da sein, lass sie fließen, so lange sie fließen möchte. Wenn es gut ist, wenn du satt bist von der Bewegung, lass dir noch einen Moment Zeit für das Nachspüren. Was hat sich bewegt, was hat sich weiterbewegt durch deinen Tanz mit der Quelle?

Wie verändert sich dein Tanz mit der Quelle, wenn du sie öfters besuchst und dort in Bewegung gehst?

Vielleicht hast du Lust, mir von deinen Erfahrungen zu berichten? Schreib mir einfach eine Mail: Kontaktformular

Mehr über mich und meine Arbeit findet sich hier: Elke Wagner, Leitung des Instituts HKIT

 

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