Großes Maskentanzritual Ostern 2016

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Die Masken warten auf Euch in den Büschen und Sträuchern, am Bachlauf oder auf den Bäumen der Tanzheimat. Die Masken der Weiblichkeit, die Masken des Schreckens und die Masken der tiefen Verbundenheit. Die Masken des Schmerzes und die Masken des Aufbruchs und Neubeginns.

Raumgreifend oder sich zurückziehend, im Öffnen oder Schließen begriffen, ziehen sie uns in ihren Bann. In ihrer Bewegung nehmen sie uns mit hinein in ihre Welt und lassen uns aufhorchen oder verstummen, sprachlos werden oder aufschreien.

Ein Maskentanzritual lädt uns ein, die Welt mit anderen Augen zu sehen, uns neu zu erfinden im Spiel mit Formen und Farben, mit Gefühlen und Symbolen, mit Bewegung und Musik sensibel werden für die feinen Töne im Leben, für das Fließen in uns, den Strom unserer Kreativität, der nie versiegt. Die Tanzheimat wird zum magischen Ort unseres Frauseins.

Maskenwesen

  • Die Prozession der buntbemalten Geranienkästen
  • Die tanzende Schamanin
  • Die Erdmutter
  • Die Himalayabesteigung - Dünne Luft

Eindrücke einer Teilnehmerin

Vielen Dank für das wunderschöne Tanzfest 30 Jahre HKiT am 13.08.2016.
Die „Masken-Performance“ hat mich sehr angesprochen. Die untermalende Musik von Stefka
empfand ich als hinführend und begleitend. Die Masken waren grandios und wunderbar gestaltet.
Das „Erdmännchen“ mit den Stöcken hat mich besonders fasziniert und erheitert.
Tief berührt hat mich das letzte, die weiße Frau(Engel, Urmutter, das Gute) und der Dämon(Das Böse, der Schatten)
Genau wie in diesem letzten Szenebild dargestellt, habe ich Ausbildung und therapeutische Arbeit der HKiT erfahren.
So kann sich Heilung, Transformation vollziehen, Integration all meiner Arbeit. Ich habe mich in dieser Szene auf allen „Ebenen“ verstanden und wahrgenommen gefühlt.

Bei der Nachmittagsveranstaltung mit „Schleusen öffnen“ und anschließender „Tanzreise“ empfand ich eine schnell ansteigende, grandiose Energie, viel Kraft und Gemeinschaft.

Ich fühlte mich stark verbunden in der Gemeinschaft HKiT-Frauen und archaisch berührt. Auch der Tanzabend mit Stefka war für mich geprägt von Lebens- und Tanzfreude, Liebe und Offenheit.

Solche Feste, die HKiT-Frauen stärker verbinden, würde ich mit jährlich wünschen.
Elke, Gabriele, Stefka allen meinen tiefsten Dank!

Von Herzen
Elisabeth Köster

Friedenstanzritual

Premiere des Friedenstanzrituals von Gabriele Fischer war der 27. Mai 2007 10 Uhr in der Tanzheimat Inzmühlen. 
Es gibt eine Fotodokumentation, die über den Verlag HKiT® bestellt werden kann.

Dokumentation Friedenstanzritual 2007 - Ist Frieden möglich?

Performance Friedenstanz Inzmühlen Pfingstsonntag 27. Mai, 10 Uhr - 19 Uhr
Tagungszentrum Tanzheimat Inzmühlen

Choreografie G.F.
Musik Stefka Weiland
Produktion Elke Wagner
Tänzerinnen Renate Barbara Balzer, Eva-Maria Braun, Andrea Gladrow, Helga Eckhoff-Havenstein, Brigitte Hartwich-Haase, Ilona Herzog, Barbara Martini, Regina Tschritter, Petra Vollenweider, Stefka Weiland, Miranda Welter Weitere Reiner Vollenweider und Backstage TeilnehmerInnen
Bühnenbild Thaliatheater Hamburg, mit bestem Dank für die Leihgabe
Literatur Felicitas Goodman, Wo die Geister auf den Winden reiten, NDR Sendung Der Krieg gebiert den Krieg, Hondrich, vom 12.5.2007

Herzlichen Dank allen, die diesen Friedenstanz ideell oder materiell ermöglicht haben. Die Einnahmen gehen in die Einrichtung eines Ortes für Friedensgespräche auf dem Gelände der Tanzheimat Inzmühlen.

Mit diesem Friedenstanz gedenken wir der Kulturanthropologin Dr. Felicitas D. Goodman und ihrer Forschungsarbeit.

Das vollständige Programm findet sich im Anhang (1)

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Dokumentation als PDF zum Download

Anhang zur Dokumentation als PDF zum Download

I. G.F. - Leitung, Regie, Choreografie - Der Entstehungsprozess

Von John Mawurndjul über Felicitas Goodman zum Friedenstanz in Inzmühlen

Ich wollte ein Stück machen im Dialog mit anderen Wirklichkeiten und damit unbewusst wirkende Räume und Zeiten einer Performance ins Bewusstsein der Performenden und der Zuschauer rücken. (2) Das zunächst einmal nicht Offensichtliche, das eine große Wirkung auf die Performancearbeit ausüben kann, sollte in den Mittelpunkt des tänzerischen Dialogs auf der Bühne gestellt werden. Wie konnte das gelingen?

“Das Sichtbare braucht das Unsichtbare um von ihm aus erkannt zu werden”
, sagt Ingeborg Bachmann. Diesem Unsichtbaren auf der Spur reisten wir als Tanzcompagnie im Sommer 06 mit der Heidebahn von Inzmühlen ins Sprengelmuseum nach Hannover und studierten in einer öffentlichen Tanzwerkstatt an einem Sonntagnachmittag das Sichtbare und Unsichtbare in den Rindenbildern von John Mawurndjul, einem weltbekannten bildenden Künstler aus Arnhemland, Australien. John Mawurndjul ist ein Mensch, der tief in der spirituellen Tradition seines Landes verwurzelt ist, der in geheime Riten zur Erhaltung des Dreamings seines Volkes eingeweiht ist und der seine Bilder aus dieser spirituellen Verbundenheit heraus malt und gleichzeitig große Anerkennung auf dem internationalen Kunstmarkt gefunden hat. (3)

Die Tanzerfahrungen, die wir auf unserer Bahnreise ins Sprengelmuseum sammeln konnten, (4) nahmen wir mitten hinein in die erste Probe zum Friedenstanz, die ganz dem Kontakt mit der anderen Wirklichkeit gewidmet war.


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II. Stefka Weiland - Musik

Sobald ich anfing Musik zu spielen oder zu singen, ging es los: Über den Blickkontakt mit einer Tänzerin oder die Berührung eines Instruments oder den ersten Ton meiner Stimme gelangte ich in Sekundenschnelle in die andere Schicht der Wirklichkeit.

Was sonst Anlauf braucht und vorbereitende Rituale, bei denen ich rassle oder trommle, um in die andere Wirklichkeit zu gelangen, hier, während des Friedenstanzrituals, ging das ganz wie von selbst. Ich war im Hier und Jetzt und gleichzeitig öffneten sich andere Zeiten und Räume, in denen ich gleichfalls war. Das war ein extremes Erleben für mich, das ich bis dahin noch nicht kannte.

Ich glaube, es hatte damit zu tun, dass so viele gemeinsam und gleichzeitig diesen Kontakt zur anderen Wirklichkeit herstellten. Während des Friedenstanzes entstand so etwas wie eine Hotline zwischen dieser und der anderen Wirklichkeit. Ein rasanter Wechsel wurde möglich. Durch die Gemeinschaft der Performenden und der Zuschauer, die gleichzeitig diese Räume öffneten und betraten, wurde ein Teppich für mich ausgelegt, der mir die nötige Bodenhaftung ermöglichte, die ich brauchte, denn ich begleitete ja die Performenden in dieser und in der anderen Wirklichkeit gleichzeitig und ich hatte neben der Musik auch noch einen Performanceteil zu Anfang des Friedenstanzritual zu tanzen.

Das Friedenstanzritual öffnete für mich den Bühnenraum für die Performenden und gleichzeitig ein Fenster in andere Räume und Zeiten:

- Ich war im Tanz die alte Frau auf der Bühne und gleichzeitig die alte Frau in der anderen Wirklichkeit. Erst dadurch kam auf der Bühne der Text zu mir, den ich sprach und das, was ich getanzt habe.

- Ich konnte ganz körperlich spüren, wie ich in dem Wasserbecken, das den ganzen Tanzraum ausfüllte, schwamm, während ich mit dem blauen Seidenschleier auf der Bühne performte.

- Ich war die Knochen, die Brigitte Hartwich-Haase in ihrem Tanz bewegte, als ich sie auf dem Ballafon und der Tabala rhythmisch begleitete.

- Ich war der Fischschwarm und dann ein kleiner Fisch, der um den Karpfen herumschwamm, während ich die Tänzerinnen vom Bühnenrand aus auf dem roten Akkordeon begleitete.

- Ich war der vielfarbig schillernde Wasserfall unter dem Eva-Maria Braun tanzte, in dem Moment, als ich anfing für sie zu singen und mit der Muschelkette aus New Mexico rasselte und ich war in dem Urwald der Bayaka, deren Musik ich für Eva-Maria Brauns Tanz aufgelegt hatte.

Ich war ich und gleichzeitig das andere, ohne mich selber zu verlieren, ohne aus mir herauszufallen. Diese Erfahrung war sehr beeindruckend in ihrer Intensität für mich. Das Friedenstanzritual war wie die Schicht brauner Blätter, die sich jetzt im Herbst unter die Bäume um das Tanzhaus herumgelegt hat. Eine Schicht Blätter, über die ich raschelnd gehe und im Rhythmus meiner Schritte zeigt sich eine ganz andere Schicht Blätter, auf der wir leben und die uns bewegt.

Meine Erfahrungen beim Friedenstanz haben immer noch eine Dimension in ihrer Kraft, die weit über diesen Tanzplatz hier hinausweist. Ich fühle, wenn dieses Friedenstanzritual von mehreren Menschen immer wieder getanzt wird, dann wird diese Kraft wachsen und wachsen und es wird mehr und mehr möglich sein, damit auf der Welt etwas zu bewegen für den Frieden.

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III. Die Performenden

Petra Vollenweider, Oktober 2007
Ich war ganz ich selbst.
Meine Essenz ist von innen nach außen getreten. Im Einklang mit meiner Lebensgeschichte, meiner Tanzerfahrung, meinem Körper und meiner Spiritualität geschah in diesem Tanz die verstehende, verzeihende Umarmung mit Mutter Erde und meinen Ahnen. Die Intensität dieses Tanzes spiegelt die Intensität meines inneren Erlebens von Innen- und Außenraum, von Realität und anderer Wirklichkeit wider. Dieser Tanz in Verbindung mit den anderen Tänzen, den Stimmen, der Gemeinschaft, war mein energetischer Abdruck in der Welt. Gleich dem Erleben der unterschiedlichsten Landschaften ist der Friedenstanz ein Ort, der in mir abgebildet bleibt. Ich stehe, ich sitze in diesem Tanz wie in meiner Pfälzer Heimat, wie auf Ghost Ranch, wie in den Schottischen Highlands... (11)

Rückblick Friedenstanzritual Mai 2007, Miranda Welter, 12. 10. 2007

Was schafft Verbundenheit?
Meine Tränen sind da geflossen beim Zäuern, weil das einfach alles ins Fließen brachte was längst fließen wollte; meinen Gefühlen endlich die Schleusen öffnete. Mir kommen sofort die Tränen wenn ich daran denke, jetzt hier beim Schreiben. Das Zäuern war für mich die Verbundenheit, endlos und zeitlos, Zäuern könnte ewig dauern und dürfte nie aufhören. Die Tränen kamen auch bei der ersten Probe mit Stefka, als wir die alten Weiber tanzten. Was mich dabei so berührte war das Alte, Urige, Ursprüngliche, was da aus den Tiefen der alten Kate hochkam. Da spürte ich wieder Verbundenheit mit allen Ur-Frauen, tief verwurzelt in der Erbfolge von einer Frau in die andere.

Wie ist das Netz im Tanz entstanden?

Es war ja bis zur letzten Probe nicht klar, wie mein Erlebnis aus der Trancereise in die andere Wirklichkeit sich im Tanz materialisieren würde. Erst während der Performance sind die Bilder des Tanzes gekommen, in Verbindung mit Eva- Maria Brauns Tanz vor dem Wasserfall und als sie tanzte, habe ich mich in Trance versetzen lassen. Die Musik, der Rhythmus und die vielen ondulierenden Körper im Publikum haben mich begleitet. Da wusste ich plötzlich, wie ich mit dem Band tanzen musste. Ich, der Knoten, musste die Spinne werden, die den Faden zieht und verteilt. Der Prozess der Entwicklung hat bis zur Performance gedauert. Es war vorher nicht zu sagen, wie es geht, deshalb auch die vermeintlichen Schwierigkeiten, es wollte nicht erzwungen werden. Denn ich habe mir am wenigsten Sorgen gemacht, so wie ich dem Leben vertraue, finden die Dinge meistens ihren Platz und ich meinen Weg. Da fand auch die Kugel mit dem Faden ihren Platz und somit war geklärt, was das mit dem Teil auf meinem Rücken auf sich hatte: Das Fadenknäuel. Und es fühlte sich RICHTIG an. Der Prozess war langwierig und es freut mich, dass ich mich nicht habe unter Druck setzen lassen und nicht in Widerstände und Kampf eingelassen habe. Es brauchte den Beitrag aller beteiligten Menschen, weil ja so was nur aus der Vielfalt und Vielzahl entstehen kann.

Das Netz entsteht aus menschlichen Beziehungen
Ich war sehr ergriffen, als wir das Netz gewebt haben und ich die Gesichter der Menschen sah. Alle blickten in Erwartung und Verwunderung auf das, was da passierte. Sie ließen sich hineingehen in das Netz, verspielt und lustvoll.

Das Entwickeln und Verteilen des Fadens machte großen Spaß, das Nehmen und Weiterziehen des Fadens in alle Richtungen kreuz und quer, bis nach und nach die Menschen vom Netz auf allen Seiten umfangen und umschlossen waren. Natürlich fühlten sie sich dann eingeengt. Genau so verlaufen menschliche Beziehungen. Die Lösung war, die Arme zu heben und das Netz schweben zu lassen, so dass wir wieder frei atmen und uns bewegen konnten und gleichzeitig einen Platz im Netz finden konnten, weil wir es ja trugen.

Es war offen, was passiert, wie es weiter geht. Wir fanden gemeinsam machbare Lösungen, in dem wir ganz bei uns blieben und verbunden blieben. Ich sah viele strahlende Gesichter im Netz, das Kind, das tanzte und sich drehte und drehte. Im Netz spürte ich alle Menschen, sie klebten aber nicht. Wir sind verbunden, vernetzt.

Die andere Wirklichkeit tanzen

Ich war krank gewesen die Tage vorher, fühlte mich auch noch sehr schwach. In der letzten Trance kam die Schildkröte zu mir, sie kam, um mich zu tragen, sie war unter mir, erst habe ich auf meinem Bauch, dann auf dem Rücken auf ihr gelegen. Ich ließ mich tragen. Die Unterwelt, die spiegelbildlich präsent ist. Rücken- und Bauchlage: beides geht in der anderen Wirklichkeit. Ich tanze nie allein, die andere Wirklichkeit ist immer bei mir. Sie trägt mich.

Die Erdfrau
Petra Wollenweiders Tanz war überwältigend, das hat mich richtig reingezogen, nicht nur die Bewegung, sondern hauptsächlich das Pure, Lustvolle daran, und der Erdgeruch, das Erdige. Zeugin zu sein von der puren Lust, der totalen Erdverbundenheit, ist schon etwas Besonderes. Zuschauen bei der puren Lust und der sofortige Wunsch, gleich da mitzumachen, mitzumischen, ich habe gespürt, wie ich am Liebsten mich mit ihr hineingewühlt hätte. Mein inneres Kind hat damit noch was vor.

Die Fische
Ich bin ein kleiner Fisch geworden, habe gespielt, bin aus dem Aquarium raus gesprungen und wieder rein, ganz nach Lust und Laune und doch im Verband der Fische einer von ihnen gewesen. Authentisch.

Friedenstanzritual

Ein wunderschönes Erlebnis, wo jedes Teil so wunderbar hineinpasste, der Fluss von Einem ins Andere kontinuierlich sprudelte und mitriss. Jedes Teil wichtig, richtig und das Ganze zusammenhaltend und tragend.

Die Essenz der verschiedenen Beiträge (von allen Frauen) zusammengefasst

Was wir alles geordnet und transportiert haben. Wie großartig das Gefüge funktioniert. Im Jetzt muss gehandelt werden, nicht erst wenn es zu spät ist. Das Ritual macht es: es verteilt sich immer wieder neu. Was sich von einem zum anderen Tag zurechtrückt, das ist was Übergeordnetes. Die andere Wirklichkeit ist immer da. Lade deine Hilfsgeister ein und lasse sie da sein und wirken! Sie gehört in mein Leben, sie ist nicht mehr abgetrennt von meinem Alltag. Die andere Wirklichkeit ist wie das Du. Nur dann kommt die Ausstrahlung von innen, was dann im Außen gesehen wird. Was mich sehr berührt hat ist: dass die Reise in die andere Wirklichkeit nicht getrennt ist. Ist nicht eine getrennte Parallelwelt, sondern in jedem Teil meines Körpers drin. Körper, Seele, Geist. Raum für Geister in mir. Nicht gegenpolig. Ich habe ein tiefes Vertrauen. Nichts tun! Sehr wichtig! Es kommen Impulse, die Aufgabe kommt und ich wachse hinein. Es öffnen sich noch mal neue Räume, wenn ich mit den Geistern tanze. Es ereignet sich, es passiert in mir. Ich werde, wie ich eigentlich vorgesehen (gemeint) bin.

Das ganze Ritual war für mich ein einziger schöner Moment, ein Highlight nach dem anderen. Die Verbundenheit über den Gesang, ich habe eine große Offenheit der Herzen gespürt, auch beim Publikum. Die Verstärkung der Energie durch das Publikum ist mir noch so aufgefallen. Der Tanz verändert die anwesenden Menschen. Es ist ein erarbeitetes Geschenk mit dem Publikum. Wir sind alle voneinander abhängig. Ich gebe und nehme. Wenn ich nur gebe und nichts bekomme, dann stimmt etwas nicht in der Beziehung miteinander.

Über Stimme und Tanz habe ich einige erreicht. Ich bin mit meiner Kraft reingegangen. Ich bin so dankbar, dass ich dabei sein durfte. Ich war einfach glücklich. Mein inneres Kind freut sich immer so sehr, wenn ich mir Zeit nehme einfach nur mit ihm zu tanzen. Und dann kommt die Bewegung von ganz allein und die Freude ist da. Immer sich voll zeigen. Das Kind stand mit Hingabe im Netz und drehte und drehte sich. Sie fühlte sich, sie war im Netz drin und es sprühte aus ihr heraus.

Eva-Maria Braun, 21. Okt. 2007

Mein Thema war ja der Tanz unterm Wasserfall.
Wie bringe ich das Fließen des Wasserfalles in meinen Körper, in meine Bewegungen, in meine Gefühle? Diese Frage bewegte mich im wahrsten Sinne des Wortes ein Jahr lang beim Experimentieren. Bis ich merkte, Schüttelbewegungen, die sind es, da fühle ich, dass etwas in mir zu fließen beginnt. Wie fühlt sich feines Schütteln an im Brustkorb, heftiges Schütteln im ganzen Körper, an einzelnen Körperteilen? Abschütteln, lockern, lösen, abfließen lassen, durchfließen lassen, Bahnen frei machen für.....???......und die Lebensfreude und Schönheit beseelte die frei gewordenen Räume und konnte in der freien Ausdrucksform sprühen. Der Friede in mir beginnt mit dem freien Fluss meiner Lebensenergie!

Und noch etwas war sehr wichtig: der Gemeinschafsprozess. Jede Tänzerin entwickelte ja für ihren Tanz ihren tief authentischen Ausdruck. Und wir unterstützten uns gegenseitig bei dieser Entwicklung. Dabei entstand ein sehr dichtes Gruppengefühl, das ich bisher in der Intensität noch nicht erlebt hatte.

Ilona Herzog, 21. Okt. 2007
Durch dieses Ritual habe ich bewegend erfahren, ertanzt, erspürt, Kontakt gemacht und vielfältig kommuniziert mit den Elementen der Natur und mit der Erde. Ich habe über den Tanz feinste Antennen aktiviert, die mir eine Ahnung von Wissen gegeben haben, das so unendlich und vielfältig in der Natur gespeichert ist und nur darauf wartet, abgerufen und umgesetzt zu werden. Die Sehnsucht ist geweckt, diese weiter zu erforschen und den Menschen zugänglich, verfügbar zu machen, ein Sprachrohr zu werden. Diese tiefe Gewissheit in mir demütig und ermutigend zu spüren, dass diese, unsere gemeinsame Arbeit wichtig ist für die aktuellen Themen in der Welt und die wunderbare Erkenntnis, dass eine kleine Gemeinschaft mit einer klaren Ausrichtung mit wenig Aufwand viel bewirken kann.

Barbara Martini, 23. Okt. 2007
Das war für mich das Wichtigste am Friedenstanz 2007:
Das Gemeinsame Tun im eigenen Tun, im eigenen Schaffensprozess die sich gestaltende Gemeinschaft in Verbundenheit und Eigenwilligkeit.

Ein sich bewegender, lebendiger, hochsensibler, anspruchsvoller und kunstvoller Gemeinschaftsraum, ein gemeinsamer Körper-Seele-Geist Raum bildet sich, wächst.

Ein großer Wertschöpfungsprozess in Sachen Menschlichkeit und Integration, immer eingebettet und unterstützt von der Natur mit ihren Geistern, von anderen Wirklichkeiten und Kräften zwischen Himmel und Erde, die unseren Tanz mitgestalteten, weil sie einfach da sind.

Auflösung von Zeit und Raum.

Unsere wachsende Präsenz als Tänzerin, die Klarheit im Tun bis hin zum Aufführungstag strahlte aus, erfüllte mich und beglückte.

Starke Momente – Dancing Dialogue® März 2007
nach getaner Arbeit
Rotglühender Sonnenball leuchtet uns das Dunkel der Bäume
Ein Storchenpaar zieht Linien schwarz gesäumter Flügelschwingen am Himmel
Nebelschleier im Gelb der Heidelandschaft
Ruhe tönt im versinkenden Tag

Im nächtlichen Fenster ein Gespinst aus Ästen und Stämmen
gewebt über den Tanzplatz
Staunend schaue ich in die Vergänglichkeit der Zeit

gemeinsame Begegnung Bär und Karpfen

Im Ton spüre ich die Weichheit des Bärenfells
seine Zärtlichkeit, sein Verspieltsein
Kraft bildet sich aus im Tun
Schuppe für Schuppe näht sich der Karpfen
sichtbarer Glanz über Grenzen gehend

im Tanz
Der Karpfen steht im Wasser
glitzerndes Sonnenlicht
langsam zieht er seine Bahnen in der stehengebliebenen Zeit
Ururalt ist er und unendlich zufrieden
Ein Schwarm kleiner glitzernder bunter Fische saust um ihn herum
Hin und wieder streift ihn der Schwarm
Seine Schuppen schuppen im Glück

Gabriele
Bewegungen
von Wirbelsäule, Becken
Lehrstück für uns Tänzerinnen
im Freien vor dem neu gepflanzten Bambus
diese Durchlässigkeit, Beweglichkeit
bildet sich zutiefst in mir ab
Es erfasst mich eine große Liebe, tiefe Berührung,
seit Jahren immer wieder dieselbe tiefe Empfindung
ich muss es nicht verstehen, werde noch viel lernen dürfen, können

dialogischer Tanz
welch’ großartiges Netz haben wir Tänzerinnen gewebt
Fäden gespannt, die mich immer noch berühren, tragen
Gabriele, die sich mir in den Rücken stellt, einfach da war in diesen Tiefen und Höhen unserer Begegnungen.

In den letzten turbulenten Monaten hat sich viel verändert. Ich spüre es, koste mein Glück aus, freue mich über die einkehrende Ruhe und die wachsende Zufriedenheit, ordne, sortiere, kann das Neue, Beglückende fühlen, noch nicht wirklich in Worte fassen.

Friedenstanz am 27. Mai 2007 in Inzmühlen
Renate Barbara Balzer Nacharbeit – 21.10.2007
Was ist das Wichtigste für mich am Friedenstanz?
Das Zäuern öffnet meinen inneren Klangraum. Es wird zum tragenden, verbindenden und beschützenden Klang-Mantel für meine Anteile, die sich oft abgetrennt, nicht gesehen und unfähig fühlen, überhaupt die Aufgabe dieses Friedenstanzes anzunehmen. Geplagt von Ängsten legt sich immer wieder die ewige Stimme dieser Töne um meine verletzte Seele und lässt mich weiterarbeiten an dem Sprung ins sprudelnde Erdloch und an den Bewegungen meiner Wirbelsäule, die ich in der anderen Wirklichkeit erlebt habe.

Wie oft wollte ich aufgeben, doch immer wieder ertönte diese Musik als Erinnerung in Verbindung zu bleiben, Ja zu sagen zum Weitertanzen.

Unsere große verbindende Klangvielfalt öffnet meinen Körper, mein Herz und lässt meinen Tanz zu dem werden, was er geworden ist. Zäuern und Tönen ist wie nach Hause kommen.

Über den Dialog mit dem Bärengeist bekommt mein verletztes Kind die Nahrung die es braucht, um sich in seiner Kreativität zu zeigen. Seine starke und weiche Energie zugleich gibt mir den körperlichen und seelischen Rückhalt, den mein Tanz jetzt braucht. Seine ruhige, wohlwollende, gelassene und Mut machende Art und Weise segnen mich mit der Erlaubnis, mich der Gemeinschaft anzuvertrauen, zu bleiben und zu arbeiten. Die Ängste werden kleiner und unser gemeinsamer Wirbelsäulen-Tanz wächst und gedeiht.

Der Dialog mit den Geistern in der anderen Wirklichkeit und die Übersetzung dieser Bilder-und Energie-Sprache in die Bewegung dieser Wirklichkeit, schenkt uns Heilung an Körper, Seele und Geist. Daraus entsteht ein starkes Zusammenwachsen unter uns Frauen, neue Verbindungsfäden spinnen und verknüpfen sich zu neuen Netzwerken in unserem Fließen-lassen und Tun, so dass Lösungen für Probleme erscheinen, mit denen nie eine von uns gerechnet hätte. Wie wunderbar diese Netzwerke zusammenspielen…

Voller Demut und Dankbarkeit bewahrheitet sich ein Spruch, den ich einige Wochen nach unserem Friedenstanz gelesen habe: “Springe und das Netz erscheint.”

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Brigitte Hartwich-Haase, Oktober 2007
Das Friedenstanzritual hat meinen Körper hineinbewegt:
- in Mitgefühl und in die Integration von Mitgefühl in mein Leben
- in Demut und in Gedanken, dass Demut zum Frieden führt
– in Mut und Durchhaltekraft, die dafür aktiviert werden müssen. Mein Körper hat erfahren, wie Frieden sich anfühlt und erfahren, was Sterben ist. Was von mir auf dieser Erde übrig bleiben wird, sind Knochen. Die Menschen, die zurückbleiben, schließen den ewigen Kreislauf und eröffnen ihn wieder.

Regina Tschritter, Oktober 2007

Das Wichtigste für mich am Friedenstanz war ... das ganze Projekt, die Arbeit mit der anderen Wirklichkeit, der Weg der Entwicklung von den verschiedenen Erlebnissen aus der Trancereise jeder einzelnen Tänzerin hin zu einem gemeinsamen Projekt.

Es war einfach so spannend mitzuerleben, wie es sich entwickelt. Zuerst war gar nicht klar, was daraus wird und wie es sich umsetzen lässt. Die Frage: Wie geht jede um mit ihrer Geschichte und dem gemeinsamen Projekt?

Ideen kommen und gehen, Bewegungen finden sich, Impulse locken mich, ich komme voran, um dann vor unlösbaren Problemen stehen zu bleiben. Dann loslassen um festzustellen, dass sich die Dinge von einem auf den anderen Tag zurechtrücken, oder sich Lösungen bis zum nächsten Wochenende ergeben. Die Traurigkeit darüber, wenn ich mich von Ideen verabschieden musste und die Freude, wenn ich Neues entdeckt habe um weiterzutanzen.

Welche Erleichterung, nicht sofort Lösungen haben zu müssen, sondern Zeit zu haben, neue Wege zu erforschen, sich mit den anderen zu verbündeln, sich zu reiben mit allen Eigenwilligkeiten, gemeinsam zu forschen, um Lösungen zu ringen und wieder und wieder auszuprobieren, so lange bis es stimmt für jede Einzelne.

Zu erleben, wie Gemeinschaft stärkt, sich Kräfte entwickeln, über das zusammen sich auf eine gemeinsame Sache auszurichten, gemeinsam etwas zu tun und nicht alles aus sich heraus schöpfen zu müssen. Zu erfahren, die Gruppe trägt und wir bewegen uns zusammen durch dieses Projekt in der Verbindung mit der anderen Wirklichkeit.

Eine heilsame Reise, die Frieden in die Welt bringt, denn letztendlich sitzen wir alle in einem Boot.

Helga Eckhoff-Havenstein, Okt. 07
Das Wichtigste am Friedenstanzritual ist für mich das zu tun, was zu tun ist! Zu spüren, was jetzt dran ist und das Publikum über Augen, Stimme, Bewegung, mein geöffnetes Herz in Liebe zu erreichen. Die Kunst, sich im Tanz mit dem Herzen zu öffnen!

Ist Frieden möglich? Ja, würde ich antworten, wenn ich mein eigenes Leben bearbeite und ordne. Dabei finde ich Frieden, Ruhe, Vertrauen und Liebe. Ich verbinde mich mit der Schöpfung, dem Allumfassenden.

Durch die Tanzarbeit und die begleitende Einzelarbeit bin ich in tiefe Gefühls- und Gewebeschichten gekommen. Blockaden konnten sich lösen. Mein Dank gilt Gabriele Fischer für ihre Begleitung. Ich spüre, wie wichtig Berührungen für mich sind, die Gemeinschaft und das Verständnis untereinander, das Spielen, das Lachen und der Gesang. Wie sich dann alles zusammenfügt, wenn ich mich voll einbringe in Liebe und Vertrauen. Dieses Vertrauen setzt sich in meinem Alltagsleben fort. Es lohnt sich zu tanzen und zu leben!

Andrea Gladrow, Nov 2007
Meine wichtigste Erfahrung im Friedenstanzritual

Zu spüren, wie ich mich durch die Tänzerinnen und unsere gemeinsamen Erfahrungen, vertauensvoll in meinen Tanz hingeben konnte. Das war für mich wie eine starke Mutter, die sagt: „Alles wird gut mein Kind. Tanze dich!“ So konnte ich mich aus der Enge der Faszien in die Weite tanzen. Im Kontakt mit meinem Gegenüber Eva-Maria Braun begegnete ich mir selbst. Vor und zurück, links und rechts, oben und unten; überall entstehen neue Bewegungen. Eine amöbische Bewegung: Ursache und Wirkung...mein Leben!

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IV. Die Zuschauerinnen

Friedenstanz 2007
Gesehen, gespürt und fotografiert von Malgorzata Pastian:

Der Raum draußen ist natürlich eine ganz andere Dimension, eine Einladung zu einer großen Reise, der Himmel zum Greifen nahe! Allein das Wetter spielte nicht mit. Hier im Tanzhaus wusste ich, ich würde nicht auf die Bühne gehen um zu fotografieren, wie das auf der Tanzwiese möglich war, es blieb mir also wenig Platz für Bewegung und ich hatte nur eine geringe Chance, gute Aufnahmen zu machen. Die Entfernung zu den Tänzerinnen war einfach zu groß.

Das Einzige, was ich aber ununterbrochen in mir hatte, war das ungeheure Verlangen nach Ausdruck, nach Ausdruck von Gefühlen, die ich schon bei den Probeaufnahmen draußen hatte.

Alles drehte sich um das Gefühl, wertvoll zu sein.

Aus der Distanz heraus kam es dann für mich zu einer komplett neuen Erfahrung von Nähe. Eine Nähe zu den Tänzerinnen und ihren Geschichten, etwas Fantastischeres habe ich bis dato nicht erlebt.

Auch jetzt kann ich mich nicht mehr erinnern, fotografiert zu haben, ich war nur noch in diesem gemeinsamen Raum mit der Tänzerin.

Was bleibt, ist das Gefühl der Verbundenheit.

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Gedicht von Ellen Franzki als PDF

Performances on Tour

Das Dancing Dialogue® Team G.F. bietet drei Performances an, die bei unserer Agentur unter 0 51 98 - 98 11 104 gebucht werden können. Auf Wunsch mit anschließendem Workshop.

The Shape of a Pocket

Annäherung an die 30.000 Jahre alten Felsmalereien in der Grotte Chauvet im Tal der Ardeche. Text John Berger. Tanz Elke Wagner. Musik Stefka Weiland. Sprecherin Julia Heinsohn. Diese Tanzperformance führt direkt in die frühgeschichtlichen Bezüge unseres Seins. Eine packende und bewegende Reise in Bild, Wort, Tanz, Stimme und Musik.

Pizzica & Co

Ein italienischer Abend. Zehn Tänzerinnen treten über Text und Tanz in Dialog mit Apulien, dem Land der kleinen Spinne und ihrer großen Wirkung. Italienisches Buffet, roter Wein und Tarantellatanzvergnügen für Jung und Alt.

Rede von Elke Wagner vor der Performance am 17. 2. 2006  

A Spiritual journey

Premiere des neuen Stücks von Gabriele Fischer war am 14. Juli 2006 um 18.30 Uhr in der Tanzheimat Inzmühlen. Die zweite Aufführung war am 11. November 2006 in Wolfenbüttel.