HEILENDE KRÄFTE IM TANZ® - Tanz als Kommunikation ...

Tanz als Kommunikation auf der Basis des spürbaren, fühlbaren, greifbaren Körpergewebes. Knochen, Periost, Sehnen, Faszien, Bindegewebe, Muskeln, Häute, Organe. Es geht um Rhythmus, um Strukturen, um Zellen und Zellmembranen, um Fließen und Strömen und um das, was uns daran hindert, im Fluss zu sein. Es geht um Körperlichkeit in ihrer reinsten Form. Atmen, bewegen. Öffnen und schließen. Räume und Grenzen. Es geht um Kommunikation zwischen dem Körper der Therapeutin und der Klientin, zwischen den Körpern von Tänzerinnen, jenseits von Worten, von Denken. Es geht um Fühlen, um Berühren und berührt werden, um Vertrauen und Folgen und um eine ganze Menge Ehrfurcht vor der Körperlichkeit unseres Seins. Tanzen gegen die Abwertung der Welt. Heilende Kräfte im Tanz®, da geht es darum, ein Gefühl zu entwickeln für Nuancen, Schattierungen, Lichtflecke im Körpergewebe aber auch in der sozialen Skulptur, die wir Tanzenden zusammen erschaffen, es geht darum, das Leben selbst zu feiern.

Mein Tanz hat sich in jahrelanger biodynamischer Gewebeerfahrung erschlossen, durch Körperarbeit und Massage wurden meine Bewegungen das, was sie heute sind: Gefühlt, gefüllt, zu Ende geführt, mit jenem gewissen Geräusch von Grenze, die orgiastische Vereinigung von Innenraum und Außenraum. Das hört sich jetzt sehr groß an und ist doch jeden Augenblick spürbar. Jeder Atemzug schafft diese Vereinigung. Hier in unserem Atemrhythmus, in unserem Bewegungsrhythmus, den der Atem initiiert, findet Schöpfung statt, jeden Tag neu, jeder Atemzug ein Schöpfungstanz.


Das über unseren Körper zu spüren, das mitzuerleben, da einzutauchen und mittanzen zu können, das nenne ich Gnade, mehr geht nicht. Die Tänzerin im Tarotspiel, die letzte Karte im Tarot, die Welt. Dort, wo sich Innenraum und Außenraum in jedem Atemzug zum Tanz treffen, dort sind wir eingeladen, unser Leben zu feiern. Mit uns selbst, mit anderen. Es ist ein großes Glück, spüren zu dürfen, wenn ein Körper, der seinen Rhythmus verloren hat, der sich wie ein Panzerschrank anfühlt oder wie ein Wattebausch, wenn dieser Körper seinen Tanz wiederfindet, Beweglichkeit einkehrt.


Im Laufe meiner tanztherapeutischen und pädagogischen Tanzerfahrungen bin ich selbst oft Zeugin solcher Prozesse geworden, in denen Tanzbegeisterte dem Leben ein Stück näher getreten sind. Die Ausbildungen HKIT® bieten konkretes Handwerkszeug, Menschen bei diesen tiefgreifenden Erfahrungen zu begleiten und tänzerisch, therapeutisch oder pädagogisch dazu beizutragen, die Lebensqualität zu verbessern.


Der Fluss des Lebens strömt unaufhaltsam in uns, eine große Einladung für Liebende: „Einmal will ich lieben, einmal will ich lieben und zwar mit meinem ganzen Verstand," sagt Barbara Starret. Tanz, das ist Rhythmus, Musik und Fließen, aber auch Verstehen, verstehen der körperlichen Zusammenhänge, Gespräch und Klärung des in der Gewebetiefe Erfahrenen. Dort, wo sich unser Verstehen trifft mit unserem Fühlen, dort öffnet sich der Raum für Heilung, für Tanz, für Leben. G.F.