Ausbildung Tanztherapie/ Tanztherapeutin

Von der Lust am Tanzen

Tanztherapeutische Grundausbildung HKiT® - Baustein 2 - Leitung Elke Wagner

Nähe zu dir selbst: dein Atem, deine Stimme, dein Rhythmus, deine Bewegung. Reichtum des Lebens im Tanz von innen nach außen. Tanz, ein sich unablässig wandelnder Fluss, in dem sich festgefahrene Bewegungs-, Beziehungs-, Verhaltens-, Denk- und Glaubensmuster immer wieder entbinden und aufs Neue verbinden lassen. In der Verbindung von Stimme und Bewegung können wir unsere elementare Ganzheit spüren, als pulsierenden, fließenden, strahlenden Tanz unseres Lebens. Nähe zu dir selbst, Nähe zu anderen, Nähe zu dem "UmUnsHerum", verbinden - tanzen - beheimaten.

Die Tanztherapie HKiT® ist eine Einladung zur Erforschung der HEILENDE KRÄFTE IM TANZ® und zur Entdeckung der inneren Tänzerin und Heilerin. Die Tanztherapie HKiT® verbindet jahrtausendealte Erfahrungen mit Heilungstanzritualen mit den Methoden der modernen Psychologie und macht sie für Menschen des 21. Jahrhunderts zugänglich. Die Tanztherapie HKiT® unterstützt Menschen in ihrem persönlichen, kreativen Wachstumsprozess. Sie öffnet den Zugang zum eigenen kreativen Lebenspotenzial. HKiT® lässt eine Heimat finden in der Verbundenheit zu sich selbst und dem Eingebunden sein in der Gemeinschaft mit anderen Menschen und dem Kosmos. Mikro- und Makrokosmos begegnen sich im Tanz.

Die Wurzeln der Tanztherapie HKiT® gehen zurück auf Gabriele Fischer, Dr. Felicitas D. Goodman, die Forschungsarbeiten von Wilhelm Reich und ihrer Weiterentwicklung in der Biodynamik durch Gerda Boyesen. Im Westen gilt Wilhelm Reich als der Begründer der Körperpsychotherapie. Wilhelm Reich stellte die Verbindung her zwischen Körper, Lebensenergie und Seele und entdeckte den Zusammenhang von seelischen Traumata und körperlichen Verspannungen, die einen freien Fluss der Libido, der Lebensenergie, verhindern. Gabriele Fischer entwickelte auf der Grundlage ihrer eigenen Forschungsarbeit diese therapeutischen Modelle fort und erweiterte sie wesentlich um den Tanz. Tanz hebt im Gegensatz zu anderen therapeutischen Ansätzen die Eigenverantwortlichkeit und Selbstbestimmtheit des körpertherapeutischen Prozesses hervor: Ich selbst bin es, die tanzt und damit den therapeutischen Prozess bestimmt. HKiT® kann aus diesem Grund ganz auf manipulative, eingreifende und grenzverletzende Techniken verzichten. Dies ist ein Grund für die große Wirksamkeit von HKiT®. HKiT® ist ein individualtherapeutischer Ansatz, der jedoch das Ganze, die Verflechtung, soziale Einbindung des Einzelnen in die gesellschaftliche Situation im Blick hat und zum Thema macht. Heilung geschieht auf allen Ebenen: Auf der persönlichen ebenso wie auf der Beziehungsebene und der gesellschaftlichen Ebene.

HEILENDE KRÄFTE IM TANZ® geht weit hinaus über die Erfahrung der aktuellen Lebenssituation und der Rekonstruktion der Kindheitsfamilie - bis in pränatale, archetypische und transpersonale Bereiche hinein. Wir entdecken eine neue und gleichzeitig uralte innere Welt, die über das Persönliche, das Personale hinausweist und das Göttliche in uns erschließt.

Die tanztherapeutische Grundausbildung vermittelt den Zugang zu den eigenen unbewussten Kräften, lehrt sie zu verstehen und in einen kreativen Energiefluss zu lenken. Sie stellt ein breites Wissen über die heilenden Kräfte der Tanzarchetypen, des freien Bewegungsimpulses und der BASICS der HKiT® zur Verfügung. Sie befähigt, tanztherapeutische Prozesse zu begleiten und anderen in Einzelarbeit und Workshops den Weg zu den HEILENDEN KRÄFTE IM TANZ® zu öffnen. Am Ende der zweijährigen Grundausbildung erstellen die Teilnehmerinnen eine schriftliche Studienarbeit, die in einem öffentlichen Vortrag vorgestellt wird. 

 

Inhalte und Methoden der tanztherapeutischen Grundausbildung
Praktischer Teil

  • Der Tanz mit freiem Bewegungsimpuls, Basics und Tanzarchetypen im tanztherapeutischen Prozess und in der tanztherapeutischen Begleitung.
  • Studium von Heilungstanzritualen und ihre Bedeutung in der Tanztherapie HKiT® und Entwicklung eigener Heilungstanzrituale als Einzel- oder als Gruppentanz.
  • Körper- und tanztherapeutische Methoden, die die Verbindung von Körper und Seele öffnen und die Selbstheilungskräfte aktivieren.
  • Grundlagen der biodynamischen Massage zum Entwickeln von Körperbewusstsein und zum Aufspüren der verschiedenen Bewusstseins- und Heilungsebenen im tanztherapeutischen Prozess.
  • Heilungstanzrituale als Verbindungsbrücke zwischen verschiedenen Bewusstseinsebenen. Die Bedeutung unterschiedlicher Bewusstsein-Zustände für den Heilungsprozess. Transpersonale Psychologie und Tanz.
  • Umfassendes tanztherapeutisches Studium von Bewegungsmustern, die im Laufe des Lebens entstehen, angefangen bei den Bewegungen vor und während der Geburt bis hin zum Alter.
  • Der Umgang mit Raum und Grenze, Nähe und Distanz in der tanztherapeutischen Praxis.
  • Der Umgang mit Gefühlen im Tanz. Die Befreiung der Gefühle aus der organischen Tiefe und der konstruktive Umgang mit allen Gefühlen.
  • Integration ins Leben - über den tanztherapeutischen Bewusstwerdungsprozess Blockaden lösen und das Leben in die Hand nehmen.
  • Die Kraft des Dreaming, der Verwurzelung des Menschen in der Heimatlandschaft im tanztherapeutischen Prozess nutzen lernen.
  • Entwicklung tänzerischer und tanztherapeutischer Kompetenz in der Kommunikation mit sich selbst, mit anderen und mit dem Umfeld. Ein Kommunikationstraining, das polysensuelle Wahrnehmung unterstützt und multimediale und synästhetische Vorgänge miteinbezieht.
  • Entwicklung einer tanztherapeutischen Persönlichkeit, die ermöglicht, dem seelischen Prozess in der Arbeit mit Menschen zu folgen und den Menschen, nicht die Methode, in den Vordergrund zu stellen.

Theoretischer Teil

  • Körpertherapeutische Ansätze und Methoden, insbesondere Wilhelm Reichs sowie die Biodynamik Gerda Boyesens unter der Berücksichtigung neuester entwicklungspsychologischer, neurobiologischer und physiologischer Erkenntnisse und ihre Bedeutung in der Tanztherapie HKiT®.
  • Für die Tanztherapie relevante Methoden und Ansätze aus anderen therapeutischen Richtungen der Humanistischen Psychologie wie u.a. Gestalttherapie, Tiefenpsychologie, Primärtherapie, systemische Familientherapie, Transaktionsanalyse, transpersonale Psychologie.
  • Verbindungen tanzen zwischen Bewegungsmuster, Verhaltensmuster, Beziehungsmuster, Denkmuster, Glaubensmuster und ihre Bedeutung für die Entfaltung der HEILENDEN KRÄFTE IM TANZ®.
  • Erforschung der Verbindung von Lernen, pädagogischem Handeln und therapeutischem Prozess.
  • Übertragung, Gegenübertragung, Kommunikation und Körpersprache in der Tanztherapie HKiT®.
  • Begegnung mit dem inneren Kind und der Primärpersönlichkeit.
  • Erforschung der Bedeutung der Potenzialität von Abgrenzung oder Identifikation mit der Mutter für die Entwicklung weiblicher Identität.
  • Kontrolle, Hingabe und Grenze in der tanztherapeutischen Arbeit.

Theorie und Praxis sind in der Ausbildung nicht getrennt, sondern über den Tanz miteinander verbunden, d.h. über den Tanz und die Bewegung erfahren und lernen wir auf der körperlichen Ebene und bringen dann in einem zweiten Schritt das Erlebte im Drüberreden auf die Bewusstseinsebene.